Leiden nur wahre Prinzen an einer Prinzmetal-Angina?

Bevor wir das Geheimnis um die Prinzmetal-Angina lösen, müssen wir uns mit der klassischen Angina pectoris beschäftigen. Die Angina pectoris kann auf Deutsch als Brustenge übersetzt werden.

Dieser Zustand tritt meist anfallsartig auf und geht mit einem heftigen Engegefühl im Brustkorb im Bereich des Herzens einher. Die Schmerzen können ausstrahlen und breiten sich oftmals kreisförmig über den Brustkorb aus und können zusätzlich in den linken Arm, den Oberbauch, den Rücken sowie Hals und Unterkiefer ausstrahlen. Begleitet werden die starken Schmerzen meist von Atemnot, kaltem Schweiß und beschleunigtem Herzschlag. Ursache der Schmerzen ist eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße die zu einer Unterversorgung des Herzmuskels führt.

Es wird prinzipiell zwischen der stabilen und instabilen Angina pectoris unterschieden. Die stabile Form, auch als Präinfarktsyndrom bezeichnet, liegt vor, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum unverändert bleiben. Ein Anfall dauert nur wenige Minuten und kann meist durch ein Medikament beendet werden. Nach der Canadian Cardiovascular Society kann die stabile Angina pectoris in vier Schweregrade unterteilt werden.

Nehmen die Angina pectoris Anfälle plötzlich in Dauer oder Intensität zu oder treten die Beschwerden plötzlich auch in Ruhe auf, spricht man von einer instabilen Angina pectoris. Dabei ist zu beachten, dass der Begriff der instabilen Angina pectoris nicht einheitlich verwendet wird und beispielsweise manchmal auch eine neu aufgetretene Angina pectoris per se als instabil bezeichnet wird.

Der Übergang von instabiler Angina pectoris ohne Herzmuskelzelluntergang zu akutem Herzinfarkt, mit Absterben von Herzmuskelzellen, ist fließend. Da anhand der äußeren Anzeichen nicht eindeutig differenziert werden kann, werden diese Notfallbilder unter dem Begriff des akuten Koronarsyndroms zusammengefasst. Durch das EKG und einer Blutuntersuchung, bei der bestimmt wird, ob Herzmuskelzellen absterben, kann schließlich eindeutig bestimmt werden, worum es sich handelt. Zur weiteren disgnostischen Beurteilung wird in der Regel eine Koronarangiographie durchgeführt.

Was hat es nun mit der Prinzmetal-Angina auf sich?

Die Prinzmetal-Angina oder auch Variant-Angina genannt, stellt eine Sonderform der Angina pectoris dar. Benannt wurde sie nach dem amerikanischen Kardiologen Myron Prinzmetal, der sie im Jahr 1959 das erste Mal beschrieb. Die Beschwerden treten meist in Ruhe auf und sind nicht auf eine Verengung der Herzkranzgefäße im klassischen Sinn zurückzuführen. Es kommt zu einer Verkrampfung sogenannter Spasmus einer oder mehrerer der großen Herzkranzarterien. Infolgedessen kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen und es treten die klassischen Angina pectoris Anzeichen auf. Hinzu kommen typische EKG-Veränderungen, die sich jedoch in der Regel wieder zurückbilden sobald der Anfall vorüber ist. Die Spasmen können mittels Koronarangiographie dargestellt werden.

Bei Betroffenen, die an einer Atherosklerose der Herzkranzgefäße leiden, können auch Verkrampfungen auftreten sowie Betroffene, die an einer Prinzmetal-Angina leiden auch eine Koronaratherosklerose haben können. Aus diesem Grund ist die Differenzierung oft nicht einfach. Hat der oder die Betroffene keine entsprechenden Risikofaktoren, spricht das meist für eine Prinzmetal-Angina.

Diagnosestellung

Wird eine Angina pectoris vermutet gibt es verschiedene Untersuchungen, um festzustellen, ob und in welchem Bereich des Herzens eine Minderdurchblutung vorliegt. Dadurch kann auch festgestellt werden, wie stark ausgeprägt sie ist und ob vorbeugende Eingriffe ratsam wären.

Prinzipiell kann man zwischen den invasiven und den nicht-invasiven Untersuchungen unterscheiden. Zu den invasiven Methoden zählt zum Beispiel die Koroarangiographie. Nicht-invasive Untersuchungen sind jene, bei denen nicht in den Körper eingedrungen wird. Dazu zählen etwa das EKG, die Echokardiographie, die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Computertomographie (CT).

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Quellen:
Gesundheit.gv
Swissheart
Sozialversicherung
Meduni Wien
MSD manuals – für Fachkreise
MSD manuals – für Laien
DocCheck

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