Was hat es mit dem INR-Wert auf sich?

Nach einer Embolie, einer tiefen Beinvenenthrombose, einem Herzklappenersatz oder auch bei Vorhofflimmern kann es notwendig sein, die Blutgerinnung dauerhaft herabzusetzen. Dafür können sogenannte Vitamin K Antagonisten, wie zum Beispiel das Marcumar, zum Einsatz kommen. Um eine optimale Blutverdünnung zu erzielen, ist es unumgänglich die Blutgerinnung laufend zu testen und die Medikamentendosis gegebenenfalls anzupassen. Zur Überprüfung wird der INR-Wert bestimmt.

Wie wird er bestimmt?

Es existieren eine Reihe von Tests, welche die Blutgerinnung bestimmen. Welcher Test sinnvoll ist, hängt davon ab welches Medikament eingenommen wird. Ein Teil des Gerinnungssystems kann mittels dem Quick-Test beziehungsweise der Thromboplastinzeit getestet werden. Dieser Test überprüft die Gerinnungsfaktoren 2, 5, 7, 10 und Fibrinogen. Hierfür wird zunächst Blut abgenommen und durch Zugabe von Citrat nicht gerinnbar gemacht. Für die anschließende Messung wird ein Aktivator, das Thromboplastin, der Blutgerinnung hinzugefügt. Bis die Gerinnung eintritt, wird die Zeit in Sekunden bestimmt.

Sind ein oder mehrere der Blutgerinnungsfaktoren vermindert, steigt die Thromboplastinzeit. Da das hinzugesetzte Thromboplastin von Labor zu Labor verschieden ist, liefert die Messung bei demselben Patienten unterschiedliche Werte. Deshalb ist die Thromboplastinzeit beziehungsweise der Quick-Wert sehr impraktikabel und es wurde ein standardisierter Parameter, der INR-Wert (international normalized ratio) eingeführt. Der INR-Wert errechnet sich aus der Thromboplastinzeit des Patientenplasmas geteilt durch die Thromboplastinzeit eines Normalplasmas potenziert mit dem ISI (internatonal sensitivity index). Der ISI ist jener Faktor, der zur Vereinheitlichung des Wertes führt.

Warum wird er bestimmt?

Das Blutgerinnungssystem unseres Körpers ist sehr empfindlich und muss daher genau überwacht werden, wenn medikamentös eingegriffen wird. Ein zu hoher INR-Wert kann zu lebensgefährlichen Blutungen führen, da das Blut die Fähigkeit zu gerinnen verloren hat. Ein zu niedriger INR-Wert kann wiederum zu potenziell lebensgefährlichen Thromben führen, die in weiterer Folge ein Blutgefäß verlegen.

Der normale INR-Wert liegt bei 1,0 während der therapeutische Bereich abhängig vom Krankheitsbild zwischen 2,0 und 3,5 liegt.

Welche Faktoren beeinflussen den INR-Wert?

Der INR-Wert kann durch einen Vitamin K Mangel, einer Funktionsstörung der Leber oder einem Mangel an Blutgerinnungsfaktoren zu hoch sein. Erniedrigt ist der Wert gegebenenfalls durch die Einnahme von bestimmten Antibiotika wie Penicillinen.

Kann ich den INR selbst bestimmen?

Da der INR relativ häufig überprüft werden muss, gibt es Testgeräte für zu Hause. Dadurch ersparst du dir den Weg zum Arzt und kannst den Test bequem zu Hause durchführen. Deine jeweiligen Werte trägst du dann zusammen mit der eingenommenen Dosis in eine Liste ein. Wie häufig eine INR-Wertbestimmung notwendig ist und ob dein Arzt dir die Bestimmung für zu Hause empfiehlt, ist individuell unterschiedlich.

Tipps für die Selbstbestimmung

  • Achte auf saubere trockene Hände. Durch Desinfektionsmittelrückstände kann das geringe Blutvolumen, das du entnimmst, verdünnt werden und zu falsch hohen INR-Werten führen.
  • Nach Möglichkeit solltest du den Finger möglichst wenig quetschen, um einen Bluttropfen zu gewinnen. Dadurch kann sich Gewebsflüssigkeit mit dem Blut vermischen.
  • Trage den Bluttropfen möglichst rasch auf den Teststreifen auf.
  • Musst du unmittelbar nachher die Messung wiederholen, verwende am Besten einen anderen Finger.

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Quellen:

Ärzteblatt

Gesundheit.gv

Coagucheck

Internisten im Netz

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