Wenn Treppen zur Herausforderung werden – Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz oder Herzschwäche liegt vor, wenn das Herz unfähig ist, den Körper bedarfsgerecht mit ausreichend Blut und dadurch Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Es handelt sich dabei um eine sehr ernste Krankheit, die mit langen Krankenhausaufenthalten und einer verkürzten Lebenserwartung einhergeht. In Österreich sind etwa 300.000 Menschen von Herzinsuffizienz betroffen.

Das Herz ist im Wesentlichen eine Pumpe, die das Blut zu den Organen transportiert. Dadurch wird der Körper mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen versorgt und schädliche Abfallprodukte können abtransportiert werden. In Ruhe pumpt unser Herz in etwa 5 Liter Blut pro Minute. Strengen wir uns körperlich an, wie etwa beim Treppensteigen oder Fahrradfahren, kann unser Herz die Pumpleistung auf das 4-5 fache erhöhen. Im Fall einer Herzinsuffizienz schafft es das Herz nicht mehr, bei Belastung oder bereits in Ruhe den Körper adäquat mit Blut zu versorgen. Dadurch werden lebenswichtige Organe wie das Gehirn, die Nieren usw. schlechter durchblutet und nehmen Schaden. Außerdem kann eine Herzschwäche zu einer Blutstauung vor dem Herzen führen, da die Menge an Blut nicht bewältigt werden kann. Dieser Rückstau kann zu Wassereinlagerungen in der Lunge, den Beinen und im Bauch führen.

Ursachen

In bis zu 50 % der Fälle ist eine koronare Herzkrankheit oder eine arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) die Ursache der Herzinsuffizienz. Weiter Ursachen können Erkrankungen des Herzmuskels, Herzklappenfehler, Herzrhythmusstörungen, Stoffwechselerkrankungen und angeborene Herzfehler sein.

Anzeichen

Häufige Anzeichen einer Herzschwäche sind Müdigkeit, Atemnot bei Belastung oder in Ruhe, Bein- oder Lungenödeme (Ödeme = Wassereinlagerungen), Schwindel, vermehrtes Wasserlassen in der Nacht und trockner Husten. Besteht der Verdacht einer Herzinsuffizienz, wird zur Abklärung in der Regel ein EKG und eine Blutuntersuchung durchgeführt. Zur weiteren Diagnostik werden eine Echokardiografie und eventuelle noch weitere Untersuchungen gemacht, um den Schweregrad und die ursächliche Krankheit zu bestimmen.

Um den Schweregrad der Herzschwäche zu quantifizieren, wird von den Medizinern eine Klassifizierung vorgenommen. Die NYHA-Klassifikation (New York Heart Association) ist eine der gängigsten Einteilungen und gliedert die Herzinsuffizienz in vier Schweregrade. Unter Beschwerden werden im Folgenden Atemnot, häufiges nächtliches Wasserlassen, allgemeine Schwäche und Müdigkeit, Zyanose, Angina Pectoris oder kalte Extremitäten verstanden. Betroffene mit Grad 1 haben subjektiv keine Beschwerden, jedoch eine diagnostizierte Herzinsuffizienz. Eine Therapie ist bereits in diesem Stadium sehr wichtig, um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Grad 2 liegt vor, wenn Beschwerden bei stärkerer Belastung auftreten, wie zum Beispiel beim Treppensteigen über 2 Etagen. Hat der oder die Betroffene bereits Beschwerden bei leichter Belastung aufgrund seiner Herzschwäche, liegt ein Grad 3 vor. Grad 4 ist der schlechteste Fall, denn die Beschwerden treten hier bereits in Ruhe ohne Belastung auf. Unter ‚Beschwerden’ ist in dem Zusammenhang Atemnot und Schwäche gemeint.

Therapie

Es gibt mittlerweile gute Therapiestrategien, um den Betroffenen ein gutes und langes Leben zu ermöglichen. Einziges Problem ist nur, dass sich bis zu 50 % der Erkrankten nicht an den Therapieplan halten und ohne Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin die Medikamente anders als verordnet oder gar nicht einnehmen.

Abhängig von dem Schweregrad der Herzinsuffizienz gibt es verschiedene Therapieoptionen. In jedem Fall ist es wichtig, die Herzschwäche möglichst früh zu erkennen und der weiteren Leistungsabnahme entgegen zu wirken. Für die Therapie kommt eine Vielzahl an Medikamenten infrage, die zum Teil die Schlagkraft des Herzens erhöhen oder die Herzarbeit erleichtern und einer weiteren Verschlechterung der Krankheit vorbeugen. Abgesehen von der medikamentösen Behandlung, gibt es auch chirurgische Maßnahmen und die Möglichkeit spezielle Pumpen einzubauen, die das Herz unterstützen.

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Quellen:
Herzverband
Patientenleitlinien
Herzverband Steiermark
Patienteninformation der SV
Ärzteinformation der SV
Kärnter Gebietskrankenkasse

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