Herzinfarkt bei Frauen, frühzeitig erkennen und behandeln

Der Herzinfarkt ist eine Erkrankung von Männern! Dies ist die allgemeine Meinung in der Bevölkerung. Doch leider ist das ein Trugschluss. Auch Frauen leiden in den letzten Jahren immer häufiger an Verengungen oder Verschluss der herzversorgenden Gefäße. Der Herzinfarkt zählt auch bei Frauen zu den häufigsten Todesursachen.

Oft werden die Symptome bei Frauen jedoch viel später erkannt, da sie seltener über die von Männern geschilderten typischen Beschwerden wie Brustschmerzen, Taubheitsgefühl im linken Arm oder Atemnot klagen. Die Beschwerden bei Frauen sind häufig unspezifischer und damit schwerer zu deuten. Dies hat zur Folge, dass sich diese oft erst später in ärztliche Behandlung begeben und somit wertvolle Zeit vergeht, um Spätfolgen oder gar einen Todesfall zu vermeiden.

Mögliche Symptome eines Herzinfarkts bei Frauen:

  • Übelkeit/ Erbrechen
  • ungewohnte Müdigkeit
  • Rückenschmerzen
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Schmerzen in beiden Armen
  • Schweißausbrüche
  • Schmerzen im Hals oder Kiefer
  • verminderte Belastbarkeit

Viele dieser Symptome lassen an eine harmlose Magenverstimmung denken. Hinzu kommt, dass besonders ältere Frauen häufig allein leben und niemand da ist, der frühzeitig Hilfe holen kann. Ein weiteres Problem ist die verbreitete Einstellung, kein großes Aufsehen um die eigene Situation zu machen.

Frauen erleiden oft erst im höheren Alter einen Herzinfarkt

Während bei Männern bereits ab einem Alter von 40 Jahren das Risiko an einem Herzinfarkt zu erkranken steigt, erkranken Frauen oft im Schnitt 10 Jahre nach der Menopause an einem Infarkt. Grund hierfür ist der schützende Faktor der weiblichen Geschlechtshormone (z.B. Östrogen). Neben dem weiblichen Zyklus beeinflussen diese Hormone auch Entzündungsreaktionen, wirken gefäßerweiternd und schützen vor arteriosklerotischen Ablagerungen in den Blutgefäßen. Nach den Wechseljahren lässt diese Wirkung nach und das Herzinfarktrisiko steigt.

Risikofaktoren für einen Herzinfarkt

Auch für Frauen gelten die bekannten Risikofaktoren, wie

  • Bluthochdruck
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Übergewicht
  • Diabetes
  • psychischer Stress
  • Rauchen

Doch einige diese Risikofaktoren haben auf Frauen einen besonders schlechten Einfluss. So haben Studien gezeigt, dass Zigaretten rauchen bei Frauen noch schädlicher wirkt als bei Männern. Es wird vermutet, dass dies mit dem kleineren und engeren Bronchialsystem der Frau zusammenhängt und der Zigarettenrauch hier in höherer Konzentration mehr Schaden verursacht.                                                                                                     Die schädliche Wirkung des Rauchens wird noch verstärkt durch hormonelle Empfängnisverhütung.

Auch leiden Frauen häufiger an Übergewicht als Männer. Übergewicht beeinflusst den Blutdruck und die Blutfette negativ und geht gehäuft mit Diabetes einher. Frauen mit Diabetes Typ 2 haben ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko eine koronare Herzerkrankung zu erleiden. Männer haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko.

Hinzu kommt oft eine vermehrte psychische Belastung, da sich Frauen häufig neben einer Vollzeitarbeit um die Versorgung der Kinder kümmern und auch die Pflege von Angehörigen in einem höheren Masse in der Verantwortung von Frauen liegt. Auch diese psychosoziale Belastung führt zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko.

Beschwerden ernst nehmen!

Egal ob bei Männern oder Frauen, die ersten Stunden nach einem Gefäßverschluss sind entscheidend

Das Nicht- Erkennen, Verharmlosen der Symptome kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern, die Sorge sich wegen „Nichtigkeiten“ in einer Ambulanz vorzustellen ist oft groß.

Doch besonders in höherem Alter sollten Frauen an die Möglichkeit eines Herzinfarktes denken, auch wenn die Symptome nicht eindeutig sind und zweifeln lassen. Auch jüngere Frauen sollten die Möglichkeit eines Herzinfarktes nicht verdrängen, besonders wenn sich die Beschwerden in Stärke und Häufigkeit von bereits bekannten Symptomen unterscheiden.

Allgemein gilt, lieber einmal zu oft in der Notfallambulanz vorgestellt, als einmal zu wenig!

Frau Dr. Stephanie Sang unterstützt Herz bewegt mit Informationen zu Herzgesundheit.

Kardiologie in der Josefstadt
Dr. Stephanie Sang und Dr. Sandra Giannini

Als Kardiologinnen bieten wir Ihnen eine umfassende Diagnostik, wie Herzultraschall, Langzeit-EKG, 24h- Blutdruckmessung und Belastungs- EKG. Auch Gesundenuntersuchungen oder Sporttauglichkeitsuntersuchungen liegen in unserem Tätigkeitsfeld. In Zusammenarbeit mit unserer Lungenfachärztin können wir Ihnen zusätzlich eine ausführliche Post-COVID Betreuung anbieten.

Als Wahlärztinnen haben wir die Möglichkeit, uns die Zeit für Sie zu nehmen, die Sie brauchen. In ausführlichen Gesprächen bemühen wir uns um ein Vertrauens­verhältnis, um Ihnen Ihre Krankheit verständlich zu erklären, gemeinsam mit Ihnen Behandlungs­möglichkeiten zu erörtern und eine für Sie individuell passende Therapie zu finden.

Ihre Kardiologinnen in der Josefstadt

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