Herzfehler – Was hatte eigentlich die kleine Sofie?

Wie du sicher weißt, setzt sich Herz bewegt nicht nur für Aufklärung und Prävention im Bereich Herzgesundheit ein, sondern finanziert mit Spenden lebensnotwendige Herzoperationen schwer kranker Kinder. Die betroffenen Kinder leiden an den verschiedensten Herzfehlern. Heute möchten wir dir gleich drei Herzfehler vorstellen, mit denen die kleine Sofie kämpfen musste: der Vorhof- und Ventrikelseptumdefekt und der persistierende Ductus arteriosus Botalii.

Vorhofseptumdefekt

Beim gesunden Erwachsenen sind die Vorhöfe und Herzkammern durch die sogenannte Herzscheidewand, dem Septum, getrennt. Vor der Geburt hat jedoch jeder Mensch ein Loch in der Vorhofscheidewand, genannt das Foramen ovale. Binnen weniger Wochen nach der Geburt verschließt sich das Loch von alleine. Bei rund einem Drittel der Menschen bleibt dieses Loch jedoch offen. Ist es sehr klein, verschließt es sich häufig in den ersten Lebensjahren. Sollte der Defekt jedoch sehr groß sein oder das Kind Beschwerden haben, ist ein operativer Verschluss notwendig.

Durch das Loch gelangt sauerstoffreiches Blut aus dem linken in den rechten Vorhof und vermischt sich dort mit dem sauerstoffarmen Blut. Dies hat zur Folge, dass das rechte Herz mehr Arbeit leisten muss und ein erhöhtes Blutvolumen den Lungenkreislauf belastet. Die Symptome eines Vorhofseptumdefekts sind stark abhängig von der Größe des Lochs. Viele Betroffene haben überhaupt keine Beschwerden, andere hingegen leiden sehr unter diesem Herzfehler. Es kann zu Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen und Zeichen einer Herzinsuffizienz kommen. Die Betroffenen sind meist blass und nicht so leistungsfähig. Bei Belastung kann eine Atemnot auftreten. Bei einem besonders großen Vorhofseptumdefekt neigen die betroffenen Kinder häufig an Atemwegsinfektionen und entwickeln sich schlechter.

Falls es notwendig ist, den Herzfehler zu beheben, gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten das Loch zu verschließen. Liegt das Loch zentral in der Vorhofscheidewand, kann mitunter auf eine Operation am offenen Herzen verzichtet werden und der Eingriff erfolgt mittels eines Katheters, welcher über eine Leistenvene eingeführt wird. Dabei wird ein sogenanntes Schirmchen über dem Loch platziert. Mit der Zeit verwächst das herzeigene Gewebe mit dem Implantat und der Herzfehler ist dauerhaft behoben. Befindet sich das Loch in der Nähe der großen Venen oder an den Herzklappen, kann eine Herzoperation durchgeführt werden. Dabei wird das Loch mit einem Patch („Flicken“) aus dem eigenen Herzbeutel verschlossen. Ob eine Herzoperation oder ein Eingriff mittels Katheter infrage kommt, hängt vom Einzelfall ab und wird vorab besprochen.

Ventrikelseptumdefekt

Wie die Vorhöfe sind auch die Herzkammern (Ventrikel) durch die Herzscheidewand getrennt, damit sich das sauerstoffarme und das sauerstoffreiche Blut nicht miteinander vermischen. Beim Ventrikelseptumdefekt existiert ein Loch, welches die rechte und linke Herzkammer verbindet. Dadurch strömt sauerstoffreiches Blut aus der linken in die rechte Kammer und es kommt wie beim Vorhofseptumdefekt zu einer erhöhten Belastung des rechten Herzens und mitunter zu einem erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf. Der Ventrikelseptumdefekt ist mit 49 % der häufigste isolierte Herzfehler bei Neugeborenen, wobei die Defekte meist nur klein sind.

Bei kleinen Defekten haben die Betroffenen meist keine Beschwerden, während ein größeres Loch Beschwerden einer Herzinsuffizienz hervorrufen kann. Bei einem Säugling äußert sich das in Form von schneller Atmung, Trinkschwierigkeiten, vermehrtem Schwitzen und einer fehlenden Gewichtszunahme. Wird nicht rechtzeitig behandelt, kann sich eine Blausucht entwickeln und eine Operation ist eventuell nicht mehr möglich. Deshalb ist es besonders wichtig, dass dieser Herzfehler früh erkannt wird und falls notwendig das betroffene Kind eine entsprechende Therapie beziehungsweise Herzoperation erhält. Ob der Eingriff am offenen Herzen erfolgt oder mittels Katheter ist vom Einzelfall abhängig.

Persistierender Ductus arteriosus Botalii

Beim ungeborenen Baby besteht eine Verbindung zwischen der Aorta und der Lungenschlagader. Nach der Geburt verwendet das Neugeborene seine Lunge und diese Verbindung sollte sich von selbst verschließen. Geschieht dies nicht, spricht man von einem persistierenden (offenen) Ductus arteriosus Botalii. Es strömt sauerstoffreiches Blut aus der Aorta in die Lungenschlagader, wo es sich mit dem sauerstoffarmen Blut vermischt. Es kommt zu einer erhöhten Belastung des Lungenkreislaufes und einer schlechteren Durchblutung des restlichen Körpers. Strömt nur sehr wenig Blut über die Öffnung Richtung Lunge, sind die Kinder oft beschwerdefrei. Liegt jedoch ein großer offener Ductus arteriosus vor, atmen die Kinder schwer, nehmen nicht so leicht Gewicht zu und kommen beim Trinken ins Schwitzen.

Zur Behandlung kann ein Medikament verabreicht werden, das zu einem Verschluss führen soll. Für den Fall, dass das nicht erfolgreich ist, kann ein operativer Verschluss oder ein Kathetereingriff erfolgen.

Wir möchten an dieser Stelle unseren treuen SpenderInnen unseren Dank aussprechen! Die kleine Sofie kann dank euch ihr Leben leben.

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Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Deutsches Herzzentrum Berlin

Deutsche Herzstiftung

Kinderherzzentrum Wien

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