Keine Atmung und was nun?

Jede Minute zählt, wenn das Leben eines Mitmenschen auf dem Spiel steht. Weißt du, was im Ernstfall zu tun ist? Traust du dich Erste Hilfe zu leisten? Frei nach dem Motto „Hinschauen und Leben retten“ wollen wir dir eine kleine Hilfestellung geben.

Gerade hat die Mittagspause begonnen und das Mittagessen ist schon greifbar, da stolperst du über eine reglose Person am Boden. Dein Magen knurrt, aber wegschauen ist keine Option für dich. Was also tust du nun?

Knie dich am besten neben die Person und frage sie laut: „Ist alles in Ordnung?“ Schüttle sie dabei auch vorsichtig an den Schultern. Das ist oft ein stärkerer Reiz als das bloße Ansprechen. Wenn sich die Person nicht aufwecken lässt, bitte einen Zweiten bereits die Rettung unter 144 zu wählen oder rufe selbst an und stelle dein Handy auf Lautsprecher. Als Nächstes drehe die Person auf den Rücken, falls sie nicht schon bereits so liegt. Jetzt kommt die Atemkontrolle. Lege dafür eine Hand auf die Stirn und die andere auf das Kinn. Überstrecke nun den Kopf nach hinten. Das ist ein sehr wichtiger Schritt, damit die Atemwege frei sind! Halte die Position und platziere dein Ohr über Mund und Nase der betroffenen Person. Blicke dabei auf den Brustkorb. Nimm dir höchstens 10 Sekunden Zeit, um festzustellen, ob die Person atmet. Du solltest die Atmung hören, fühlen und / oder sehen können. Bist du dir unsicher, ob du eine Atmung festgestellt hast oder ob die Atmung normal ist, gehe davon aus, dass sie nicht atmet.

Jetzt ist der späteste Zeitpunkt, zu dem du die Rettung rufen solltest. Wenn du alleine bist, greife selbst zum Handy. Die Mitarbeiter der Notrufzentrale werden dich während der gesamten Zeit, bis die Rettung eintrifft, bei der Wiederbelebung unterstützen.

Wie war das jetzt mit der Wiederbelebung?

Achte darauf, dass die betroffene Person flach am Rücken auf einem harten Untergrund liegt. Das heißt, eine Matratze oder Ähnliches darf nicht darunter liegen. Die Rettung wurde bereits verständigt und ist bestenfalls über Lautsprecher noch in der Leitung. Wenn noch ein Zweiter anwesend ist, bitte ihn oder sie einen Defibrillator zu holen. Solltest du allein sein, lasse die betroffene Person auf keinen Fall alleine!

Mache jetzt den Oberkörper frei und lege deine überkreuzten Hände auf die Mitte des Brustkorbs. Achte darauf, dass deine Arme durchgestreckt sind und deine Schulter in einer Linie oberhalb des Druckpunkts ist.

Beginne mit der Herzdruckmassage, indem du etwa 5 cm tief in den Brustkorb drückst und ihn anschließend wieder ganz entlastest. Die Entlastung ist wichtig, damit sich das Herz wieder mit Blut füllen kann. Drücke nun 30-mal mit einer Geschwindigkeit von 100- bis 120-mal pro Minute. Vielleicht hilft es dir, den Radetzkymarsch leise mitzusingen. Am besten zählst du auch laut mit, damit du dich nicht verzählst.

Nachdem du 30-mal gedrückt hast, kommen 2 Beatmungen. Damit die Beatmung klappt, musst du den Kopf wie bei der Atemkontrolle nach hinten überstrecken und zusätzlich die Nase zudrücken. Für die Beatmung reicht es aus, einen normalen Atemzug zu nehmen. Versuche die Verbindung zwischen den Lippen möglichst dicht zu halten, damit die Luft nicht an der Seite entweichen kann. Beatme 2-mal für etwa 1 Sekunde und hole dazwischen kurz frische Luft. Setze dann sofort die Herzdruckmassage fort. Die Herzdruckmassage und die Beatmungen machst du jetzt abwechselnd weiter, bis die Rettung eintrifft.

Wenn die Person, die du zuvor um einen Defibrillator geschickt hast, zurückkommt, bitte sie sofort das Gerät einzuschalten und die Elektroden laut Abbildung (auf dem Gerät) zu kleben. Am besten setzt du währenddessen die Wiederbelebung fort. Achte jetzt gut darauf, was der Defibrillator dir sagt. Sobald die Elektroden kleben, analysiert er den Herzrhythmus. Während dieser Phase darf niemand hingreifen und du musst deine Herzdruckmassage unterbrechen. Ergibt die Analyse, dass ein Schock notwendig ist, teilt es dir dass das Gerät mit und bittet dich nicht hinzugreifen. Es ist wichtig, dass auch niemand sonst während der Abgabe des Schocks die betroffene Person angreift. Achte darauf, während du die Taste zum Auslösen des Schocks drückst! Anschließend ist wieder alles sicher, sodass du die Herzdruckmassage und die Beatmung sofort fortsetzen kannst. Alle 2 Minuten wird der Defibrillator von selbst eine neue Analyse des Herzrhythmus beginnen. Aber keine Sorge, er warnt dich vor jedem Schritt und teilt dir genau mit, was zu tun ist.

Du siehst also, Erste Hilfe leisten ist ganz einfach. Du kannst dabei nichts falsch machen, außer nichts zu tun!

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Quellen:

Österreichischer Rat für Wiederbelebung

Deutscher Rat für Wiederbelebung

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