Blutdruck – Welche Werte sind normal?

In Österreich ist beinahe ein Viertel der Bevölkerung von Bluthochdruck betroffen. 2015 litten 16,8 Prozent der Frauen und 25,2 Prozent der Männer an Hypertonie. Das ist eine gewaltige Zahl, wenn man bedenkt, welche Risiken der hohe Blutdruck mit sich bringt.

Weltweit betrachtet sind schätzungsweise 54 Prozent aller Schlaganfälle und etwa 47 Prozent der ischämischen Herzerkrankungen auf Bluthochdruck zurückzuführen. Damit stellt der Bluthochdruck den wichtigsten Risikofaktor für Erkrankungen des Herzkreislaufsystems dar.

Die Folgen des Bluthochdrucks sind Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Gefäßschäden. Lädierte Gefäße können wiederum zu einem Herzinfarkt, einer koronaren Herzkrankheit, Nierenschäden, Netzhautschäden bis hin zur Erblindung und vielen weiteren Folgeerkrankungen führen. Laut der Deutschen Hochdruckliga haben Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, in 90 Prozent der Fälle Bluthochdruck. Die entsprechende Zahl für Betroffenen eines akuten Herzinfarkts, welcher mit Komplikationen einhergeht, liegt bei 70 Prozent.

Dass hoher Blutdruck nicht gesund ist, steht damit außer Frage. Ab welchen Werten eine sogenannte Hypertonie (= Bluthochdruck) vorliegt, kannst du unserer Infografik entnehmen. Dabei wird der Bluthochdruck in 3 Schweregrade unterteilt, um das Risiko für Folgeerkrankungen und die Wahl der optimalen Therapie besser einschätzen zu können. Die Bezeichnung ‚hoch normal‘ für systolische Werte zwischen 130 und 139 mmHg und diastolische Werte zwischen 85 und 89 mmHg, erweckt den Eindruck, dass dieser Blutdruckbereich noch im gesunden Normbereich liegt. Dies trifft leider nicht ganz zu. Da es sich bereits um erhöhte Werte handelt, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Es empfiehlt sich, den Blutdruck im Auge zu behalten und gegebenenfalls bereits zu senken. Bei leichten Abweichungen ist mitunter eine medikamentöse Therapie noch nicht notwendig und der Blutdruck lässt sich mit anderen Maßnahmen in den Griff bekommen. In selteneren Fällen liegt eine sogenannte isolierte systolische Hypertonie vor. In dem Fall ist nur der erste (systolische) Wert größer gleich 140 mmHg und der zweite (diastolische) Wert stets unter 90 mmHg.

Da das Messergebnis beim Arztbesuch nicht unbedingt einen durchschnittlichen Blutdruckwert darstellt, empfiehlt die Österreichische Hochdruckliga zur weiteren Abklärung ein 24-Stunden-Blutdruckmonitoring. Falls das nicht möglich ist, kann alternativ die betroffene Person selbst zu Hause messen, wobei hier mindestens 30 Selbstmessungen anschließend vom Arzt ausgewertet werden. Wie du am besten deinen Blutdruck misst und häufige Fehler vermeidest, verraten wir dir hier.

Sind die Werte zu hoch, muss der Arzt die restlichen Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen in Betracht ziehen. Dazu gehören etwa Rauchen, Übergewicht, familiäre Vorbelastungen, Erkrankungen der Gefäße oder des Herzens und noch viele mehr. Abhängig davon wie hoch der Blutdruck und das Gesamtrisiko sind, wählt der Arzt eine entsprechende Therapie. Hierfür kommen prinzipiell blutdrucksenkende Medikamente zum Einsatz und eine Lebensstiländerung. Da Bluthochdruck ein derart häufiges Problem ist, gibt es mittlerweile eine Reihe an Medikamenten, aus denen der Arzt bzw. die Ärztin das am Besten geeignete für die betroffene Person aussucht oder auch eine Kombination mehrerer Präparate zum Einsatz kommt. In milderen Fällen kann es sein, dass auf die medikamentöse Therapie gänzlich verzichtet werden kann und eine alleinige Lebensstiländerung ausreicht.

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Quellen:

Österreichische Hochdruckliga

Deutsche Hochdruckliga

WHO – Hearts

Der Standard

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